Warum die Sachsen keine »Sachsen« sind

Die Markgrafschaft Meißen, das mit Kreuz und Schwert eroberte Land sorbischer Stämme, war im Jahre 1423 Kurfürstentum geworden. König Sigmund verlieh dem meißnischen Markgrafen Friedrich dem Streitbaren, dem Leipziger Universitätsgründer, die Kurwürde und den Titel »Herzog von Sachsen«. Das war verbunden mit dem Kurkreis um Wittenberg. Die »Kur« war die Stimme zur Königswahl. Seitdem waren die Schwerter des Reichs-Erzmarschalls im sächsischen Wappen. Der Titel »Herzog von Sachsen« kam ursprünglich vom alten nieder–sächsischen Stammesherzogtum unter Heinrich dem Löwen über das ausgestorbene Geschlecht der Wittenberger Askanier auf den Wettiner.

Hier gab es allerdings keine Sachsen. Der Name aber verbreitete sich allmählich über die alte Mark Meißen mit ihren ansässigen Sorben und fränkischen und flämischen Siedlern, und über Thüringen. Die Trennung in die wettinischen Linien der Albertiner und der Ernestiner erfolgte 1485.

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