Johann Gottfried Seume, Sein Leben, erzählt von einem Freund

Otto Werner Förster.

Seume. Sein Leben, erzählt von einem Freund

J.G. Seume-Verlag Saarbrücken. 163 S. mit zahlreichen Illustrationen. ISBN 978-3-9818850-0-2. 19,90 Euro

Ein neues Buch über Seume, das die neuesten Forschungsergebnisse über den eigenwilligen »Spätaufklärer« mit einbringt.

Seit meiner ersten Begegnung mit Seume im Studium, dann während der neun Assistenten-Jahre an der Leipziger Universität, bin ich immer wieder erstaunt über seine treffende Sicht auf die Zeit, die Menschen, die Gesellschaft. Er war ein Charakter, nicht korrumpierbar: Ein Humanist, geschult an der Antike und den Aufklärern des 18. Jahrhunderts. Von Letzteren kam ein großer Teil aus Leipzig oder hatte hier in Leipzig studiert. Da bin ich bald in den Grimmaer Seume-Verein »Arethusa e.V.« eingetreten, dann in die in Leipzig gegründete »Johann Gottfried Seume-Gesellschaft zu Leipzig e.V.«
Die Seume-Lektüre macht deutlich, daß sich nach mehr als zwei Jahrhunderten so viel scheinbar nicht verändert hat: Der »Adel« heißt jetzt Politiker, Konzernlenker, Großaktionär. Das Geld und die Werte – nun in einer Demokratie – erwirtschaften noch immer allein die Millionen Menschen »darunter«. Noch immer gibt es die ewigen Mitmacher, Bücklinge, Schleimer, den Klüngel.
Seume schreibt, was er denkt, mit einem Bildungshintergrund und -Horizont, der weit mehr ist als »Wissen«: Nämlich Durchschauen der Verhältnisse, Weltsicht, Verantwortung. Solche Sicht auf die Dinge schafft nicht nur Freunde. Aber angepaßt an die gängige Meinung hat er sich nie. Ein »Selbstdenker« und wichtiger Autor, dem Aufklärungsjahrhundert verpflichtet und nur seinem Gewissen …
Otto Werner Förster, Leipzig, im Dezember 2017